Sooo, es gibt wieder mal einiges zu erzählen.
Am Dienstag und Mittwoch waren wir wieder mit Esther auf Visitation, mittlerweile klappt das auch immer besser. Wir verstehen schon einiges und alles andere erklärt uns Esther auf sehr einfachem und langsamen Kiswahili. Mit ihr verstehen wir uns immer besser, sie ist auch viel offener geworden und plaudert richtig viel mit uns..so weit wir was verstehen. :D
Eigentlich sollten wir am Donnerstag wieder auf Visitation gehen, aber Kathi ging es schon seit einigen Tagen nicht so gut und am Donnerstag morgen wirklich so, dass wir gesagt haben, wir fahren ins Krankenhaus und lassen das abklären. Also haben wir Esther Bescheid gesagt und sind dann nach Marangu ins Krankenhaus gefahren. Dort haben wir glücklicherweise zwei deutsche Freiwillige getroffen, die uns weitergeholfen haben und so Kathi fix zum Arzt konnte. Am Ende hat sich rausgestellt, dass sie irgendwelche Bakterien im Darm hatte, wegen der Umstellung. Sie hat Medikamente bekommen und es ging ihr schnell wieder besser.
Am Donnerstag kam auch Eberhard, unser neuer Mitbewohner. Dafür haben wir extra nochmal das Wohnzimmer aufgeräumt, alte Sachen sortiert und weg geräumt. Doch als wir vom Krankenhaus zurück kamen, stand alles voller Lattenroste, Stahlträger und anderes Gerümpel, welches Handwerker aus der Rümpelkammer, neben unserem Wohnzimmer, ausgeräumt hatten, um einige Betten zusammen zu bauen. Die Betten wurden auch alle wieder eingeräumt, nur das Zeug was in unserem Wohnzimmer nun liegt, passt da jetzt nicht mehr rein und liegt weiterhin in unserem Wohnzimmer. Da hat sich das Aufräumen doch richtig gelohnt.
Am Nachmittag kam dann endlich Eberhard.
Eberhard ist 65 Jahre alt, und wird für knapp 3Monate unser Mitbewohner sein. Er will die Kleintierprojekte, vor allem die Schweineprojekte, die an Familien verteilt werden, verbessern, damit sich die Schweinehaltung auch wirklich lohnt. Solange wohnt er zusammen mit uns in einer WG.
Wir mochten Eberhard von Anfang an, denn er hat Schinken, Käse, Vollkornnudeln und Süßes für uns mitgebracht. Auch so versorgt er uns prächtig, er kauft Fleisch auf dem Markt und dann kochen wir Gulasch oder Grillen. Das werden wir nach den 3Monaten ganz schön vermissen, dass wissen wir schon jetzt. Beim Essen verquatschen wir uns immer mit ihm, denn er kann richtig viel erzählen. Eberhard will mit uns auch ein Kräuterbeet anlegen und unseren Hühnerstall herrichten. Generell hat Eberhard richtig viel Ahnung, was Landwirtschaft angeht und hat einiges in unserem Garten entdeckt, z.B. einen Pfirsichbaum. Ich denke wir werden noch sehr viel Spaß mit ihm hier haben.
Eigentlich haben wir Samstags ja immer Waisentreffen, aber das fiel diesmal aus. Und da wir Montag eh frei haben und am Dienstag hier Feiertag war, hatten wir 4Tage am Stück frei. Das haben wir natürlich genutzt und sind am Samstag zu anderen Freiwilligen nach Nkoaranga gefahren und haben sie bis Montag besucht. Sie arbeiten in einem Waisenheim und wir haben die Kinder am Sonntag auch mal besucht und uns ihre Arbeit angeschaut. In dem Heim sind Kinder von 0-5 Jahre untergebracht. Da war ganz schön viel Trubel, aber alle Kinder sind zuckersüß und kam gleich angerannt und wollten auf den Arm genommen werden. Bei ihnen haben wir den Luxus des Internets genossen und konnten endlich mal wieder mit den Liebsten zu Hause skypen. Das war wirklich sehr schön! Am Montag sind wir dann weiter nach Faraja gefahren und haben dort nochmal andere Freiwillige besucht. Sie arbeiten in einem Zentrum für behinderte Kinder. Dieses Zentrum ist allerdings sehr abgelegen und wir mussten noch gute 20min mit dem Pickipicki durch die Gegend fahren, über ca. 20cm breite Wege und Hügel bei denen man richtig vom Sitz hoch gehüpft ist. Am Dienstag sind wir dann alle gemeinsam nach Moshi gefahren. Das war richtig cool, weil wir dann mit 5 Pickipickis zum Dalla-Stand gefahren sind.
In Moshi haben wir dann nochmal die Freiwilligen aus Nkoaranga getroffen und wir waren alle gemeinsam lecker Essen, Einkaufen und sind dann alle wieder zurück in unsere Einsatzstellen gefahren.
Zuhause wartete schon Eberhard auf uns, denn er wollte mit uns zusammen grillen. Das Fleisch war richtig lecker und dazu gab es Kartoffeln und Avocado aus dem Garten. Ich glaub wenn Eberhard geht, sind wir richtig verwöhnt. :D
Mittwoch sollte es dann wieder auf Visitation gehen. Doch früh verkündete Esther, dass es ihr nicht gut geht und wir deshalb alleine gehen sollen. Also sind wir dann alleine losgestapft, mit einem Zettel mit dem Namen des Dorfes, den wir uns nicht merken konnten, und mit der Motivation 'wir wachsen an unseren Aufgaben'. Die erste Hürde war genommen, als wir richtig aus dem Dalla ausgestiegen sind und uns der Fieldworker in Empfang nahm. Hach waren wir erleichtert.
Dann sind wir mit ihm zusammen zur Kirche gelaufen und haben den Pfarrer begrüßt. Er hat uns dann noch den Kindergarten und den Bau der neuen Kirche gezeigt. Die Kinder waren sehr begeistert „Wazungu“ (Weiße) zu sehen und wir hatten an jeder Hand 5 Kinder bis der Pfarrer sie wieder weggeschickt hat.
Kurz bevor wir dann endgültig mit dem Fieldworker losgingen, erklärte er uns, dass er eigentlich die Visitation immer mit Pickipicki macht, aber wir heute laufen (wir haben leider nicht verstanden warum) und er uns deshalb jeden zwei Flaschen Wasser gegeben hat. Da haben wir uns schon vorstellen können, dass es etwas warm und anstrengend werden könnte. So war es dann auch. Wir sind gut 3Stunden durch die Trockensavanne gelaufen, bei praller Sonne und ca. 30°C. Wir haben auch nur 3 Familien besucht, zu denen wir allerdings immer eine knappe Stunde gelaufen sind. Es ging über Felder, durch ausgetrocknete Flussbetten und über Stock & Stein. Es war genau so, wie man sich Afrika immer vorstellt. Da haben wir auch festgestellt, dass es doch ganz sinnvoll wäre Sonnencreme mitzunehmen. Aber danach ist man ja immer schlauer. :D
Am Donnerstag wollten wir eigentlich auch auf Visitation gehen, doch das Kind der Fieldworkerin war krank und so haben wir einen Office-Day gemacht. Das war sehr praktisch, weil wir auch noch Besuch bekommen haben, von zwei Freiwilligen von Mission eine Welt. Wir haben dann in Ruhe Berichte über die Visitation am Mittwoch geschrieben, waren im mal kurz im Internetcafe und haben was gebacken. Abends hat Eberhard mit uns gegrillt, das war echt lecker! Generell verwöhnt er uns echt, jeden Tag bis jetzt gab es Fleisch oder Käse. Wie im Paradies..(:
Heute dachten wir auch wieder, dass wir wieder Visitation haben, aber Esther hat es vergessen und der Fieldworker ist auch krank. Und so sind wir mal mit Eberhard mitgegangen und haben uns die Tierprojekte genauer mit angeschaut. Morgen haben wir wieder frei, weil das Waisentreffen ausfällt (..anscheindend geht zurzeit irgendwas rum :D ). Da werden wir nach Moshi fahren und Eberhard mal die Stadt zeigen.
Also zur Zeit ist es in Mwika wirklich sehr entspannt. Ich versuch jetzt immer meine freie Zeit sinnvoll zu nutzen und lern fleißig Kiswahili, mal sehen ob es was bringt.
Liebste Grüße aus Mwika!
Betti
PS: Bilder folgen noch! Irgendwie ist zur Zeit das Internet hier dagegem, Bilder hochzuladen. :/
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