Montag, 29. September 2014

Die erste Woche in Mwika!

Und schwupps schon ist wieder eine Woche um.
Am Dienstag waren wir zum ersten mal auf dem Markt in Mwika, ich muss sagen, der Markt gefällt mir echt gut. Ich finde ihn ziemlich übersichtlich und man bekommt wirklich alles! Wir waren ganz erstaunt über die Preise, wir haben echt mega viel Gemüse gekauft für umgerechnet 2,50€.
Unser Hauptessen ist zurzeit immer Gemüsepfanne mit Reis, Kartoffeln oder Nudeln.
Am Mittwoch hatten wir dann auch nochmal frei und sind nochmal nach Moshi gefahren. Dort haben wir nochmal Geld geholt und waren bei der Post, uuund ich hatte ein Paket von meiner Familie mit Salami und Brot bekommen. Da haben wir uns rieeeesig gefreut..auch wenn die Salamie schon wieder alle ist. :( Zur Feier des Tages waren wir dann in einem indischen Restaurant Pizza essen.
Donnerstag war dann unser ersten Arbeitstag und es war ein Fieldworkertreffen angesagt. Da treffen sich alle Fieldworker und besprechen was es für Probleme o.Ä. in ihren Gemeinden gibt und was die nächsten Wochen so ansteht. Da ich bzw. wir immer noch nicht wirklich Kiswahili können, haben wir auch nur sehr wenig verstanden. Zum Abschluss gab es noch Pilau (Reis mit Fleisch), eigentlich ganz lecker, nur hier essen sie alles vom Tier. Das heißt, wir hatten dann teilweise echt große Stücken „Fleisch“ mit teilweise noch irgendwelchen undefinierbaren Teilen dran und generell gaaaaaaanz viel Fett und Speckschwarte. So saßen wir dann nur in großer Runde und haben tapfer ca. 10min auf einem Fleischstück gekaut und auch noch nett gelächelt. Denn Essen hier abzulehnen ist richtig unhöflich. Wir waren sehr froh als endlich unser Fleisch alle war, wir noch alle Zähne im Mund hatten und noch lebten.
Danach hatten wir dann frei und haben uns Brownies gebacken, die waren wirklich richtig lecker und haben das Essen vom Mittag wieder gut gemacht. Nur haben wir leider kein Rührgerät, deshalb ist es sehr anstrengend den Teig schaumig zu schlagen.
Am Freitag sind wir dann das erste mal auf Visitation gewesen, da besucht man Familien mit Waisenkinder und schaut sich ihre Situation an und wie man ihnen am besten helfen kann. Das ist immer sehr interessant und die Menschen sind alle richtig nett zu uns..nur leider verstehen wir nicht ganz so viel, von dem was sie uns erzählen. Aber es ist immer noch einer aus dem Office, zur Zeit immer Mama Ester, und der Fieldworker der Gemeinde mit. Zurzeit schauen wir uns also eher an, wie das alles hier funktioniert. Nach der Visitation hat uns die Fielworkerin zum Essen bei einem kleinen Imbiss eingeladen. Es gab Kochbananen mit Fleisch..da kam Freude auf! Wir haben erst nur die Banenen gegessen, aber die waren leider dann bald alle und es gab nur noch Fleisch. Und wieder hieß es 10min kauen um ein Stück schlucken zu können. Das war auch eher 2cm Speckschwarte (teilweise noch mit Borsten) und 5mm Fleisch, da hat man überhaupt damit zu kämpfen, dass es im Mund bleibt. Deshalb haben wir uns umso mehr wieder auf unsere Gemüsepfanne gefreut.
Für Samstag wussten wir nur, dass wir zusammen mit Esther arbeiten werden. Wir hatten uns schon gedacht, dass wir auf ein Waisentreffen fahren, aber haben gedacht, dass sie was organisiert hat und wir uns das erst mal anschauen können. Da haben wir ganz schön falsch gedacht. Esther ist mit uns Dalladalla gefahren, wir sind dann gemeinsam ausgestiegen, dort hat sie uns einem Fieldworker übergeben und ist dann gegangen. Der hat uns dann in ein zweites Dalla gesteckt und ist selber Pickipicki ( Motorrad) gefahren. Irgendwann meinten die Dalla-Fahrer wir müssen jetzt aussteigen, zum Glück haben wir den Fieldworker am Straßenrand gesehen. Mit ihm sind wir dann noch zu 3. auf einem Pickipicki weiter gefahren und kamen in der Gemeinde an. Dort wartet schon ca. 20 Kinder auf uns. Es hieß der Fieldworker sagt noch kurz was und dann können wir unsere Spiele mit den Kindern spielen. Tjaaaa, dann hieß es improvisieren. Zum Glück hatten wir sicherheitshalber ein paar Luftballons und Schnur eingepackt, so konnten wir erstmal ein einfaches Luftballonspiel spielen, welches auch mit Händen und Füßen zu erklären ging. Danach haben wir versucht mit den Kindern verschieden Spiele, die wir noch im Kopf hatten, zu spielen. Das Erklären war nur echt schwierig, da ich kaum, Kathi ein bisschen und die Kinder nur Kiswahili sprechen. Aber bis auf Steh-Geh hat alles geklappt. Ziemlich kaputt und auch sehr dreckig waren wir dann schon um 12 Zuhause.
Für den Nachmittag hatten wir uns vorgenommen zu backen. Unser ersten Ziel waren Kokoskugel..doch dafür mussten wir eine Kokosnuss aufbekommen. Aber davon haben wir uns nicht beeindrucken lassen. Mit Säge und Pfanne (wir haben leider nur einen sehr kleinen Hammer) ging es der Kokosnuss an der Kragen und wurde erfolgreich besiegt!
Die Kugeln sind dann aber leider im Ofen zerlaufen und es wurde ein Kuchen, aber trotzdem sehr lecker.
Als nächstes haben wir dann nochmal Brownies gebacken.
Am Sonntag waren wir bei einer Konfirmation in der deutschen Gemeinde eingeladen ( dafür haben wir auch die Brownies gebacken). Mit dem Dalla sind wir nach Moshi und von dort hat uns ein sehr netter deutscher Missionar mitgenommen. Wie wir erfahren haben, unterrichtet er sogar 2mal die Woche hier in der Bibel Schule.
Der Gottesdienst und die Feier war sehr schön. Wir haben viele Freiwillige, die wir aus Morogoro kannten, wieder getroffen. Außerdem gab es richtig viel zu essen und Kuuuuuchen! Richtigen Kuchen und sogar Torte! Wir waren danach so voll, dass wir gar kein Abendbrot mehr brauchten.
Die deutsche Gemeinde ist auch sehr nett, wir wurden gleich aufgenommen und zu den nächsten Gottesdiensten eingeladen. Es ist wirklich schön, einen Gottesdienst mal wieder verstehen und mitsingen zu können.
Ich finde es sehr witzig, wie schnell man sich hier an Sachen gewöhnt, die in Deutschland kaum vorkommen würden. So ist es für mich schon normal, dass unser Küchenlicht fast ausgeht, wenn wir den Wasserkochen anmachen oder, dass ich früh von den Ratten in den Wänden geweckt werde, weil sie so laut laufen und viepsen.
Leider ist auch unsere Klospülung kaputt, und wir müssen immer mit einem Eimer „ Spülen“, deshalb war letzte Woche auch jemand zum reparieren da. Aber nachdem unser Bad komplett unter Wasser stand und so langsam auch der Flur nass wurde, ging die Spülung für 2 Tage und ist nun wieder kaputt. Aber wie gesagt, man gewöhnt sich schnell an alles.
So das war es erst mal von mir.
Liebste Grüße und bis bald,
Betti
 Der Kampf gegen die Kokosnuss..
 ..wurde erfolgreich beendet.
 Unser Backschlachtfeld
Unser Haus (:

Dienstag, 23. September 2014

Angekommen in Mwika

Der Sprachkurs ist nun leider zu Ende und ich bin seit Samstag in Mwika, meiner Einsatzstelle.
In der letzten Woche in Morogoro wurde der Kurs geteilt, in Fortgeschrittene und Anfänger, da einige schon in Deutschland Kurse hatten. Unter der Woche saßen wir Abends meisten zusammen, entweder in einer kleinen Bar oder einfach vor dem Zimmer. An einem Nachmittag haben ein paar Mitfreiwillige, denen die wollten die Haare geschnitten. Am Donnerstag sind wir auf Uluguru Mountains gewandert. Es war sehr anstrengend, da es wirklich immer bergauf ging und die Wege auch eher steile Trampelpfade waren. Aber für die Aussicht hat es dich gelohnt und auf dem Rückweg haben wir sogar kleine Affen gesehen. Am Freitag war dann unser letzter Tag in der Sprachschule, deshalb haben wir ab um 2 alle zusammen für das Abendessen gekocht. Das Kochen war sehr interessant, weil über dem Feuer bzw. auf Glut gekocht wurde. Wir mussten hauptsächlich Gemüse schneiden, Reis sortieren oder Pfannkuchen ähnliche Chipata machen. Unsere Jungs haben sich mit dem zerlegen eines halben Schweines beschäftigt.
Abends haben wir dann alle zusammen, mit den Lehrern gegessen, danach wurden uns unsere Zertifikate überreicht. Dabei haben die Lehrer eine Bombenstimmung gemacht und bei jedem laut gerufen und geklatscht. Da die Stimmung einmal so gut war, sind wir dann noch gemeinsam nach Morogoro in einen Club gefahren um unseren „Abschluss“ zu feiern. Im Club war es richtig schön und lustig, es war zwar ein paar mal kurz Stromausfall, aber das hat uns nicht gestört. Da wir am nächsten Tag alle früh abreisen mussten, sind die meisten halb 2 zur Sprachschule zurück gefahren. Ich bin allerdings, zusammen mit ein paar anderen noch länger geblieben, wir sind dann mit dem Taxi zurück gefahren. Am nächsten Tag hieß es dann um 6 aufstehen, die restlichen Sachen einpacken, um 7 zum Frühstück und dann fuhr unser Bus pünktlich halb 9 los. Da ich ja etwas wenig Schlaf in der Nacht hatte, konnte ich umso besser im Bus schlafen, allerdings sind hier ziemlich viele Bremshügel, bei denen der Bus aber eher weniger bremst, deshalb wird man ordentlich durchgeschüttelt. Aber ich konnte trotzdem gut schlafen. Halb 1 gab es dann die erste Pause, in der man sich fix was zu essen kaufen oder auf Klo gehen konnte. Ich hab mir eine Portion Chipsi Mayai geholt, das sind wie Pommes in Ei gebrachten. Klingt komisch, schmeckt aber richtig lecker und hält lange satt. Nach der Pause ging es dann weiter und nach gefühlten 1000Stunden sind Kathi (meine Mitfreiwillige) und ich in Moshi angekommen. Von dort aus mussten wir nochmal 2Stunden mit einem Dalla-Dalla ( ein kleiner, meist sehr vollgestopfter Bus) nach Mwika fahren, eigentlich fährt man nur eine Stunde, aber wir sind irgendwie 2Stunden gefahren. Um 7 sind wir dann endlich angekommen. Sehr witzig war, dass in dem Dalla-Dalla der Boden so heiß geworden ist, dass der Leim von meinem Flip-Flop geschmolzen ist und sich ein Riemen gelöst hat, als das der Fahrer gesehen hat, ist er gleich mit meinem Schuh losgerannt und hat ihn nähen lassen. Mit dem gebauten Schuh sind wir dann zu unseren neuen Zuhause gelaufen und konnten gleich den Kilimanjaro sehen, was eigentlich sehr ungewöhnlich war, weil es zurzeit meist zu bewölkt ist.
Unser Haus finde ich wirklich sehr schön! Wir haben ein großes Wohnzimmer, ein Bad mit Sitzklo und Dusche, eine große Küche, ein Wäschezimmer, jeder noch ein eigenes Zimmer und das Highlight ist unsere große Terrasse. Die Einrichtung ist zwar schon etwas älter ( wir sind auch schon die 9. Freiwilligengeneration), aber trotzdem richtig schön und gemütlich.
Frühstück und Mittag essen wir meistens auf Terrasse, für Abendbrot ist es meistens schon zu dunkel und kalt. Unser Haus steht etwas abseits auf einem großen Geländer der Bibelschule, zurzeit sind noch Semesterferien, aber ab Oktober werden hier auch viele Studenten sein. Die Bibelschule hat wahrscheinlich auch Kühe, denn die grasen immer direkt vor unsere Tür, bzw. Terrasse und Küchenfenster.
Am Sonntag waren wir dann auch hier Gottesdienst, der 3 Stunden ging, aber das ist ganz normal hier.
Gearbeitet haben wir noch nicht, wir gewöhnen uns noch ein und werden dann wahrscheinlich im Laufe der Woche anfangen. Heute haben wir erst mal noch ein Gespräch mit Mori, dem Chef.
Gestern waren wir in Moshi, haben mein Permit (Visum) zum stempeln abgegeben, unser Postfach geleert und waren in einem Supermarkt einkaufen. Heute haben wir fleißig Kiswahili gelernt und werden später noch auf den Markt gehen, welcher hier immer Dienstag und Freitag ist.
Bei uns im Norden gibt es eine deutsche Gemeinde, bei der wir ganzen Freiwilligen im Norden zu einer Konfirmation am Sonntag eingeladen sind. Ich bin schon sehr gespannt darauf!

Ich hoffe ich kann regelmäßig etwas schreiben. Wenn nicht, seid mir nicht böse, ich hab hier im Haus kein Internet und muss immer ins Internetcafe, aber ich bemühe mich regelmäßig von mir hören zu lassen!

Liebste Grüße aus Mwika!
Eure Betti



 Die Wanderung auf die Uluguru Mountains
 Unser Wohnzimmer
 Mit Kamin!

 Unser Bad
 Die Kueche mit der fleissigen Kathi
 Mein Zimmer
 Unsere Terrasse

Montag, 8. September 2014

Die ersten Tage in Tansania

Am Mittwoch sind wir endlich in Tansania angekommen. Wir waren alle ganz überrascht, wie gut das mit unseren Permits geklappt hat, niemand musste sich ein Touristenvisum kaufen und ich bin sogar nur mit einer Kopie meines Permits durchgekommen. Nachdem uns ein Taxi in unsere Unterkunft gebracht hatte, nahm uns Frauke, eine Ehemalige, in Empfang. Sie ging mit uns auch gleich zur Bank und einkaufen. Nach der ersten kalten Dusche war ich sehr froh mich endlich in ein Bett legen zu können. Die nächste 2 Tage verbrachten wir noch in Daressalam und kauften Sim-Karten, Internet-Sticks und schon die ersten Klamotten. Der Verkehr ist hier sehr gewöhnungsbedürftig, schon allein weil Linksverkehr ist und ich das Gefühl hab, dass man als Fremder die Verkehrsregel einfach nicht verstehen kann. Da ständig gehupt wird, hat man das Gefühl, dass alle im Stress sind. Aber wenn man im Taxi sitzt oder die Fahrer anschaut merkt man, dass sie alle die Ruhe weg haben. So ganz hab ich noch nicht verstanden, wann und wieso gehupt wird. Für mich ist das Straße überqueren schon immer eine halbe Nahtoderfahrung, wahrscheinlich liegt das auch daran, dass ich immer noch in die falschen Richtung schaue, ob ein Auto kommt, mich freue das nichts kommt und dann auf der Straße merke, dass die Auto aus der anderen Richtung kommen. 
Frauke hat uns am Samstag morgen Bustickets besorgt und dann ging es, leider ohne Frauke nach Morogoro zum Sprachkurs. Die Sprachschule ist auf einem wunderschönen Gelände, und es gibt warmes Duschwasser, das ist das Highlight. Am Samstag und Sonntag sind noch andere Freiwillige von anderen Organisationen eingetroffen. Abend sitzen wir meistens zusammen, quatschen oder schauen Film. Am Sonntag sind alle Freiwilligen zu dem Gottesdienst der Schule gegangen, da wir leider nicht viel verstanden haben, zog sich das ganze sehr in die Länge. Einige Melodien der Lieder kamen einem sehr bekannt vor. Manche der Kirchenbesucher geben als Kollekte Materielles, welches am Ende des Gottesdienstes versteigert wird, z.B. Zuckerrohr, Bananenstauden, Milch, Eier oder auch ein lebender Hahn. 
Die ersten exotischen Tiere sind uns auch schon über den Weg gelaufen, unter anderem ein ulkiger großer Tausendfüßler, der so groß wie unsere Hand war. Heute hatte ich zum ersten Mal Unterricht, für mich ist die Sprache noch sehr fremd, aber ich bin optimistisch, dass ich mich bald ein wenig verständigen kann. 
Die ersten Freiwilligen haben schon die ersten Nachwirkungen des Essens zu spüren bekommen und ihren Magen entleert. Auch ließen sich einige auf Malaria testen. Ich bin glücklicherweise noch von allem verschont geblieben, drücke aber allen Kranken die Daumen, dass sie bald wieder auf dem Damm sind.
Mal schauen, was uns die nächsten Tage noch so erwartet.
Liebste Grüße,
Betti

 erste Gänge durch Daressalam

 unsere Beute
 Morogoro

die Riesenraupe