Am Montag waren wir noch einmal mit Ester auf Visitation in einem nahegelegenem Dorf. Wiedermal haben wir nicht ganz so viel verstanden, da wieder Kichagga geredet haben.
Weil wir eigentlich immer Montag frei haben, wir arbeiten ja Samstags, hatten wir nun Dienstag frei. Da haben wir endlich mal richtig ausgeschlafen, waren dann in Moshi. Haben dort wieder Geld geholt, die Post besucht, waren einkaufen und haben uns zum Mittag Chipsi Mayai ( Art Pommes in Ei gebraten) geholt. Am Nachmittag waren wir dann noch in aller Ruhe auf dem Markt und haben uns wieder mit Gemüse eingedeckt.
Kimati hatte uns Bescheid gesagt, dass wir am Mittwoch früh, pünklich um 8 Uhr auf Visitation fahren. Deshalb sind wir pünktlich um 7 aufgestanden, obwohl wir nicht wirklich geglaubt hatten, dass wir um 8 Uhr losfahren. Doch tatsächlich ging es 8:10 Uhr los. Wir sind mit dem Dalla eine Stunde nach Moshi gefahren, dann nochmal eine Stunde nach Hai ( ein Dorf ) und von dort hat uns Diakon Joel noch eine dreiviertel Stunde mit dem Auto mitgenommen. In dem Dorf angekommen, haben wir noch ein Weilchen gewartet, da wir noch auf verschiedene Leute gewartet haben, aber es gab heiße Milch mit Zucker und 2 verschiedene Sorten Kartoffeln, die mir allerdings nicht geschmeckt haben.
Dann ging es endlich zu 5. auf Visitation. Wir sind überall mit dem Auto hingefahren, weil die Häuser sehr weit auseinander gelegen haben. Nach knapp 4 Stunden waren wir dann fertig und es gab etwas zu Essen. Da wir uns selber nehmen konnten, haben wir elegant das Fleisch im Topf gelassen. Um 3 Uhr haben wir uns dann auf dem Heimweg gemacht und waren um 6 Uhr endlich zu Hause. Kimati hatte uns noch verkündet, dass wir morgen alleine nach Hai fahren sollten, uns Diakon Joel uns um 9 Uhr dort einsammelt und wir dann mit ihm auf Visitation in ein anderes Dorf fahren. Also hieß es am Donnerstag um 7 Uhr losfahren und das ganz alleine. Wir haben es gut nach Hai geschafft und von dort aus ging es dann eine gute Stunde über Stock und Stein in ein Dorrf, welches neu mit aufgenommen wurde zur ersten Visitation. Zuerst waren wir wieder beim Pfarrer und es gab wieder Chai. Zu dem Chai gab es leider keine Kartoffeln, sondern Fleisch..nur Fleisch. Bzw. waren es eher Innerein, wir wollen es eigentlich gar nicht wissen, was es war. Wir sind froh, dass unser Teller irgendwann leer war und auch alles drin geblieben ist. Die Visitation war dann echt richtig gut. Da weder Esther noch Kimati, die sonst alles aufgeschrieben und dann die Berichte geschrieben haben, da waren, mussten wir das nun machen. Deshalb mussten wir auch etwas verstehen. Und es ging erstaunlich gut und die Sachen die wir nicht verstanden haben, hat uns Diakon Joel übersetzt und erklärt. Nach der Visitation gab es noch etwas zum Mittag, das Fleisch konnten wir wieder elegant im Topf lassen und dann ging es endlich Heim. Am nächsten sollten wir uns wieder um 9Uhr mit Diakon Joel treffen.
Also Freitag morgen, den gleichen Weg nochmal..nur sind wir diesmal irgendwie mit dem Dalla etwas vorbei gefahren und mussten dann wieder zurück laufen, aber es war zum Glück nicht sehr weit. Auch im dritten neuen Dorf, gab es wieder erst Chai und dann ging es auf Visitation. Diesmal gab es zum Chai Brötchen und Ei, wir waren hochbegeister! Generell ist die Kombi immer sehr gewöhnungsbedürftig, etwas herzhaftes zu Essen und dazu zuckersüßen Tee..aber damit hat sich immer gut das Fleisch runterspülen lassen.
Auch die Visitation war richtig gut und wir waren wirklich Stolz auf uns. Abends haben wir uns dann zu Belohung Nudeln mit Käse-Sahne-Soße-ohne Käse und Sahne gekocht und uns Abends einen Film mit Schokopudding gegönnt.
Am Samstag konnten wir nochmal ausschlafen, weil das Waisentreffen erst um 3 Uhr losging. Am Vormittag haben wir das Zimmer auf Eberhard, ab Mittwoch unser neuer Mitbewohner, aufgeräumt und um 2 Uhr sind wir dann losgefahren. Vom Dalla-Stand zur Kirche haben wir etwas herumgeirrt, da wir nicht wirklich wussten wo die war, aber es sie pünktlich gefunden. Das Treffen war richtig schön, die Fieldworkerin konnte gut englisch, dadurch konnte sie die Spiele gut verstehen und den Kindern erklären. Es war sehr lustig, die Kinder waren sehr offen und wir haben viel gelacht. An dem Tag waren es bestimmt 30°C und deshalb auch richtig anstrengend, die ganze Zeit durch die Gegend zu rennen..und die Kinder kommen irgendwie schneller vor als in Deutschland.
Nach dem Spielen gab es noch eine Andacht und etwas zum Essen.
Dann ging es mit dem Dalla wieder heim. Das war die lustigste und überfüllteste Dallafahrt die bis jetzt hatte. Als das Dalla vor uns gehalten hat, haben wir eigentlich nicht daran geglaubt, dass wir noch reinpassen. Aber irgendwie waren wir dann doch drin. Kathi stand im Gang ziemlich gequetscht und stand direkt neben der Tür, vor dem ersten Sitz am Fenster, bzw. klebte ich schon am Fenster, mein Kopf musste ich schief halten, weil oben eine schiefe Decke war. So war das ganze schon sehr lustig. Aber bis dahin war die Tür noch nicht zugemacht, da wir uns erst von der Tür wegsortieren mussten, damit sie überhaupt zu ging. Nach ca. 5min hatten wir es geschafft und die Tür wurde zugemacht. Und schwuuups, war mein Bein eingeklemmt. Mein Bein wurde quais von den Metallstangen der Tür innen eingeklemmt. Es tat ein bisschen weh, aber war gut auszuhalten, dadurch hatte ich aber einen sehr sicheren Stand, da ich jetzt nicht mehr umfallen konnte, nur einen blauen Fleck hab ich jetzt am Bein. Doch es war wirklich sehr lustig, Kathi und ich haben Tränen gelacht und die Andern sehr gut unterhalten.
Am Abend haben wir uns ein leckeres Bananenbrot gebacken. Wir freuen uns schon riesig, wenn Eberhard kommt und uns ein Rührgerät mitbringt. Mit einem Schneebesen, etwas schaumig zu rühren ist doch etwas anstrengend.
Am Sonntag sind wir früh in den Gottesdienst der Bibelschule gegangen, wir waren sehr froh, dass der Gottesdienst nur 1 ½ Stunden ging, wir haben beschlossen jetzt immer in den Bibelschul-Gottesdienst zu gehen, da haben wir dann auch noch etwas von unserem Sonntag und kommen nicht erst um 2 Uhr nach Hause.
Danach haben wir ein kleinen Picknick zusammen gepackt und sind mit 2 Studenten nach Marangu zu einem großen Wasserfall gefahren. Mit dem Dalla ging es nach Marangu und dann mussten wir ca. noch 1 Stunde laufen. Dann ging es viele „Treppen“, in den Boden oder Felsen eingeschlagen, mehr oder weniger gut erkennbare, Stufen nach unten. Unten standen wir vor einem großen Fluss und wenn man sich etwas nach rechts gebäugt hat, konnte man den Wasserfall sehen. Mir hat es dort auch sehr gut gefallen, doch die Studenten waren auf einmal auf der anderen Seite des Flusses und wollten direkt zum Wasserfall. Da ich ja so trittsicher und gar nicht tollpatschig bin, war ich sehr begeistert von der Idee über die glitschigen weit voneiner entfernten Steine, den Fluss zu überqueren. Sicherheitshalber hab ich meine Schuhe schon vorher ausgezogen und dann bin ich sehr optimistisch losghopst..bis zur Mitte ging es auch echt gut. Doch dann war der nächste Stein bestimmt 1 ½ m entfern. Mit Kathi's Hilfe bin ich auch auf dem Stein angekommen, bin aber auf dem Nächsten ausgrutsch und hab mir mein Knie aufgeschlagen, aber ich bin NICHT im Wasser gelandet. Da meine Beine dann eh nass waren, hab ich gleich den Weg durch den Fluss genommen um auf die Felsen, über die wir auch noch klettern mussten, zu kommen. Aber der Wasserfall war echt richtig groß und der Ausblick war toll, da hat sich alles wirklich gelohnt. Dort haben wir dann Picknick gemacht und sind ein bisschen herumgeklettert. Gerade als wir beschlossen haben zu gehen, da es sehr nach Regen aussah, fing es natürlich heftigst an zu regnen. Innerhalb von 2min waren wir bis auf die Unterhose durchweicht. Deshalb hab ich mir gar nicht die Mühe gemacht, den Weg über die Steine zu nehmen, sondern bin gleich einmal durch den Fluss gewatet, es war auch nur Knietief. Den Rückweg haben Kathi und ich dann gleich barfuß bestritten, was sehr rutschig war. Klitschnass kamen wir oben an, aber wir hatten wiedermal viel zu Lachen.
Generell unterhalte ich mit meiner Tollpatschigkeit immer sehr viele Leute. Bei den Visitation stolpere ich die ganze Zeit, da ich leider immer auf etwas andere achte, als auf den Weg. Dazu muss ich aber auch sagen, dass die Wege meistens durch die Bananenplantagen gehen und selten wirkliche Wege sind.Aber so kann ich immerhin mit allen kommunizieren, ohne Kiswahili zu sprechen..man muss eben nur die postitiven Seiten sehen. :D
Heute hatten wir wieder frei und sind zum ersten Mal in die tägliche Andacht 7:20 Uhr gegangen, Es wurden Lieder gesungen und es gab ein kleine Andacht. Danach haben wir uns dann nochmal hingelegt. Den restlichen Vormittag haben wir unsere Wohnung auf Vordermann gebracht, alte Sachen sortiert, weggeschmissen und geputzt. Und ein bisschen dekoriert haben wir auch noch.
Morgen gehen wir wieder auf Visitation und am Mittwoch kommt dann Eberhard, wir sind schon sehr gespannt.
Ich werde dann wieder berichten, bis dahin!
Betti
Auf Visitation, das Haus einer betroffenen Familie
Die Kueche einer betroffenen Familie
Gesangseinlage beim Waisentreffen
Alle freuen sich auf das Essen
Wiedermal beim Bananenbrot backen :D
In Marangu bei dem Wasserfall.
Am Ende klitschnass, aber lachend oben wieder angekommen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen