Donnerstag, 18. Dezember 2014

Vom Postoffice und Ziegen

Es ist zwar erst wenig Zeit vergangen, aber ich kann schon wieder einiges erzählen.
Am Dienstag sind Kathi und ich nach Moshi gefahren. Eigentlich wollten wir nur fix Bilder ausdrucken, zur Post gehen und dann auf den Meimorial gehen, das ein riesiger Kleidermarkt. Aber daraus wurde nix. Zuerst haben wir etwas gebraucht den Laden zu finden, wo man Bilder ausdrucken kann. Dort angekommen waren wir etwas irritiert, weil man neben Bilder ausdrucken, man dort noch Autoreifen kaufen konnte..eine komische Kombi. Aber es waren Computer und drucken drin, also waren wir ganz optimitistisch. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kamen dann die ersten zwei Bilder aus dem Drucker. Nur haben wir dafür 10Minuten gebraucht. Da wir über 50 Bilder ausdrucken mussten, haben wir den Stick da gelassen, damit sie weiter drucken können und wir wollten in der Zeit zur Post gehen. Das haben wir auch auch gemacht. Für Kathi lag ein Zettel drin, dass sie ein Paket abholen kann. An der Abholstation haben sie uns weiter ins Ofice geschickt, da Kathi ihren Ausweis nicht mit hatte..haben wir bis jetzt auch nie gebraucht. Im Office haben die dann alles gemacht, also irgendwelche Zettel ausgefüllt, andere Zettel von A nach B geheftet, das ganze hat ca. 15min gedauert. Dann sollte sie bezahlen, doch die Frau an der Kasse hatte noch mit einem anderen, anscheinenden sehr komplizierten Paket zu tun, also haben wir nochmal gewartet. In der Zeit hat Kathi den Office-Leuten erklärt, dass ich schon seit einem Monat auf ein Paket warte und es eigentlich schon lange da sein müsste. Und ob sie nicht mal in ihrem Lager schauen können, ob es da nicht irgendwo vielleicht verloren gegangen ist. Erst haben sie uns irgendwelche Ordner durchschauen lassen, ob da ein Zettel für mich drin ist, als das nicht der Fall waren, haben dann wirklich ein paar Angestellte das Lager durchsucht..und siehe da, gleich zwei Pakete sind für mich aufgetaucht! Nach ungefähr einer Stunde konnten wir dann auch Kathi's Paket bezahlen und sind wieder zu unseren Fotos gegangen. Den Meimorial haben wir dann mittlerweile schon auf einen anderen Tag geschoben, denn wir wollten uns noch mit Eberhard in Uchira treffen, wo wir uns das Gemüsebeet anschauen wollten.
Doch die Fotos konnten wir auch nicht fix abholen, denn es waren erst 20 von 53 Fotos fertig. Als wir uns ausgerechnet haben, dass ein Foto ca. 4,5 Min dauert, haben wir entschieden am nächsten Tag die Fotos abzuholen.
Also sind wir dann, beide mit einem großen Paket unter den Arm, zum Standy gelaufen und haben ein Dalla nach Uchira gesucht. Nach kurzer Zeit saßen Kathi und ich stand in einem Dalla, was dann auch sofort losgefahren ist. Irgendwie haben aber der Conducter und wir aneinander vorbei geredet. Wir wollten in Uchira raus, bei der Kirche und dachten Uchira ist auch da, wo die Kirche von Uchira steht. Doch so ist es nicht. Denn wir sind an der Kiche vorbei gefahren. Wir haben dann immer wieder gesagt „wir wollen Uchira raus“ als Antwort kam immer „bado, bado“ (später). Irgendwann haben wir dann gesagt „Uchira Kanisani hapa! „ (Uchira Kirche Jetzt) doch dann meinten sie wieder „bado, bado“ obwohl wir schon vorbei gefahren sind. Dann haben wir gesagt, wir wollen trotzdem jetzt sofort aussteigen, aber auch da meinte er „bado, bado“. Dann bin ich leider etwas lauter geworden und hab ihm mitgeteillt, das wir jetzt sofort aussteigen wollen, egal wo wir gerade sind. Etwas irritiert hat er uns dann endlich rausgelassen. :D Dann mussten Kathi und ich, beide immer noch mit einem Päckchen unter dem Arm, den Highway wieder hoch laufen zur Kirche. Da waren wiedermal die Attraktion. :D
Gestern waren wir bei unseren Sekretärin zur goldenen Konfirmation eingeladen. Wir haben mit einem kleinen Fest gerechnet, so wie es in Deutschland üblich wäre. Doch als wir ankamen, wurden wir eines besseren belehrt. Laute Musik, viele Menschen und ganz viel bunte Glitzerkleidung. Wir waren richtig Baff, und mussten uns erstmal setzen. Wir haben auch sofort Soda (Limo) bekommen und konnten das Programm bestaunen. Es gab sogar einen Animateur. Esther, unsere Sekretärin war in einem orangen Glitzer-Kleid fast nicht wieder zuerkennen. Im Programm war eine Sektflasche zu segnen, alle zusammen Ansoßen. Dann musste jeder mit seiner Flasche an Esther und ihrer Familie vorbei laufen und mit ihnen Anstoßen. Danach gab es Geschenke, die werden hier üblicherweise vorgetanzt, d.h. Man tanzt mit dem Geschenk eine ganze Weile vor der Gastgeberin bis man es übergibt. Da auch wir ein Geschenk hatten, mussten wir auch tanzen..:D
Nach der Geschenkeübergabe, wurde eine gegrillte Ziege reingetragen, die einen sehr nett angeschaut hat. So eine Ziege ist etwas sehr wertvolles hier. Ihre Eltern, Schwiegereltern, Verwandte und noch ein paar, haben von Esther ein Stück Ziege in den Mund gesteckt bekommen, was eine große Ehre ist. Wir haben zum Glück nur einen Teller für unsere Reihe bekommen. Dann gab es Essen für alle, und es gab richtig richtig viel. Auf meinem Teller hatte ich Pilau ( Reis mit Fleisch) Reis mit Soße, Kochbananeneintopf, Nudeln, Chapati, Chipsi, Hühnchen, Kraut, Melone und Gurke. Ich bin immernoch satt. :D
Nach dem Essen wurde noch getanzt, wir sollten einen Chagga-Tanz mittanzen und haben uns auch gar nicht so dumm angestellt.


Das waren echt viele witzige und tolle Momente in zwei Tagen. Und seit ca. 10Minuten geht unser Internet auf der Terrase!!

Aber das war's erstmal von mir!
Bis bald!
Eure Betti




Donnerstag, 11. Dezember 2014

Ich kann wieder was erzaehlen!

Es ist ganz schön viel Zeit vergangen, seitdem ich das letzte Mal geschrieben hab. Das liegt daran, dass ich so schlau war mir ein Passwort an meinem Laptop einzurichten, welches ich drei Tage später vergessen hab. Aber dank meines Bruders, geht er jetzt wieder un dich kann endlich wieder was schreiben.
Denn wir haben wieder viel erlebt.
Anfang November waren wir auf einer Graduation eingeladen, das ist quasi die feierliche Zeugnisübergabe nach dem Studium. Das war wirklich eine interessante Erfahrung. Während der Zeugnisübergabe, mit Programm natürlich, haben wir nicht wirklich was gesehen, weil vor dem Interessanten massig Fotografen standen. Dieser Festakt ging von 9:00Uhr bis 14:00 Uhr. Wir hatten also genügend Zeit das Programmheft genauestens zu studieren.
Alle die ein Zeugnis bekommen haben, hatten einen Talar und ein schickes Hütchen auf, wie in Amerika. Nach der Zeugnisübergabe haben alle ganz viele Blumenketten um bekommen und wurden von Familie und Freunde gefeiert. Wir waren bei Eberhards Übersetzer und Fahrer eingeladen, mit dem wir uns sehr gut verstehen. Und ständig mussten wir mit auf Bilder, die Bilder mit Weißen sind sehr begehrt. Das haben wir auch gemerkt, als wir bei der Graduation der Bibelschule waren. Wir haben viele schöne Fotos mit fremden Leuten gemacht.
Nach der Übergabe sind wir dann alle lecker essen gegangen, und haben gefeiert. Das passierte allerdings etwas anders als wir es gewohnt waren. Jeder der wollte konnte etwas sagen, dann wurden immer einzeln die Geschenke übergeben und dann kam das Kuchen essen. Beim Geschenke übergeben muss eigentlich jeder mit seinem Geschenk zum Gastgeber tanzen, das blieb uns allerding zum Glück erspart. Beim Kuchen gibt es hier die Tradition, dass der Gastgeber jeden Gast mit einem Stück Kuchen füttert und dabei ein Foto gemacht wird. Und manche dürfen dann ihn auch noch füttern..wenn er noch Hunger hat. Wir wurden natürlich auch gefüttert, da war es für mich sehr schwierig ernst zu bleiben, aber hier ist es wirklich eine große Ehre gefüttert zu werden. Aber es lohnt sich definitiv eine Graduation mal miterlebt zu haben.
Außerdem stand für mich das PEP-Seminar im November an. Darauf hab ich mich schon echt lange gefreut. Los ging es mit einer langen Busfahrt, mit Dorit und Isabell nach Iringa. Alle haben uns gesagt, dass wir maximal 10Stunden fahren. Nach ca. 8 Stunden haben wir uns gerade gefreut, dass wir nur noch 2Stunden fahren, als auf einmal die Uluguru-Mountains am Horizont auftauchen..das hieß wir waren erst in Morogoro und hatten noch 6Stunden Fahrt vor uns. Also nix mit maximal 10Stunden. Und es war schon knapp um 4, so wurde uns auch klar, dass wir im Dunkeln ankommen, allerding keine Ahnung hatten wo wir ankommen müssen. So haben wir dann fleißig jede Stunde gefragt, wie weit es noch bis Iringa-Town ist. Irgendwann hieß es dann, in 45min sind wir da. Also haben wir fix die Freiwilligen aus Iringaangrufen, dass wir bald da sind. Doch nach 10min hielt der Bus und es hieß, wir müssen jetzt aussteigen, der Bus fährt heute nicht mehr nach Iringa-Town, weil es schon so spät ist. Suuuuuuper. Also sind wir ausgestiegen und waren sofort von Taxi- und Pickipicki-Fahrern umringt, die uns alle irgendwo hinfahren wollten. Aber der Busfahrer war richtig nett und hat uns ein Taxi organisiert und sogar bezahlt, dass uns nach Iringa-Town bringt, weil er uns ja immer gesagt hat, dass wir da ankommen. Also sind wir doch noch Heil in Iringa angekommen.
Dort haben wir uns dann mit Clara und Theresa, die Freiwilligen dort, noch einen schönen Abend gemacht. Am nächsten Tag kam noch Isis aus Lugala und wir verbrachten ein schönes Mädels-Wochende. Am Montag saßen wir dann wieder 6 Stunden im Bus nach Mbeya. Auch dort ist ein Freiwilliger, der uns aufgenommen hat. Nicht nur uns, sondern, auch noch fast alle anderen die zum PEP-Seminar mussten. Also wurde es ein bisschen eng zum Schlafen. Das Burger-Essen hat das aber wieder gut gemacht. In Mbeya blieben wir bis Mittwoch und sind dann endlich nach Matema gefahren. Nachdem wir im Dalladalla fast die Hoffnung schon aufgegeben hatten, dass noch Zivilisation kommt, kamen wir in Matema an. Ein kleines feines Dörfchen, mit großem Krankenhaus direkt am Lake Nyassa. Natürlich sind wir sofort ins Wasser! Man denkt gar nicht, dass es „nur“ ein großer See ist, denn es ist wie am Meer, nicht endendes Wasser und schöne Wellen.
Am Abend haben wir dann Heinke getroffen, eine deutsche Ärztin, die das Seminar geleitet hat. Gemeinsam mit ihr haben wir lecker Pizza gegessen. Das Seminar war wirklich interessant und wir waren gaaaaanz viel baden. Dorit und mir wurden leider die Schuhe geklaut, als wir einen Mini-Strandspaziergang gemacht haben, dafür konnten wir uns dann ganz schicke neue Flipflops auf dem Mart kaufen. Einmal sind wir auch zu einem Wasserfall gewandert bzw. eher geklettert, den Weg hat man meist nicht so genau erkennen können. Am Wasserfall konnte wir auch richtig schön baden, obwohl das Wasser wirklich ar…kalt war. Abends saßen wir immer gemütlich am Strand, mit Lagerfeuer und haben gequatscht oder waren nochmal baden. Es war echt richtig schön und wir haben uns alle sehr gefreut uns wieder zu sehen.
Gleich nach dem PEP-Seminar bin ich für eine Woche in eine Gastfamilie gegangen. Ich war bei Mama Matemba, einer Fieldworkerin in Uuwo. Es war wirklich eine tolle Erfahrung, für mich allerdings auch richtig anstrengend. Da sie gerade ihre Enkel aus Nairobi zu Besuch hatte, waren immer Kinder da, die selten leise waren. Und verstehen konnte ich leider nicht ganz so viel. Aber das ist wirklich besser geworden in der Familie. Ich hoffe mein Kiswahili verbessert sich. Abends haben wir immer die tansanischen Soaps angeschaut, auch wenn ich nicht viel verstanden hab, hab ich GZSZ vermisst.
Seit gut einer Woche bin ich jetzt wieder in Mwika. In letzter Zeit war viel Stromausfall, dadurch haben wir es uns zwangsläufig gemütlich gemacht in der Adventszeit. Wir haben uns auch einen eigenen Adventskranz gebastelt und ich finde ihn wirklich sehr gelungen.
Visitations machen wir zur Zeit eher weniger, denn wir haben viel im Office zu tun. Kinder kommen um Schulprofile von ihnen zu machen oder Kinder, die schon Paten haben kommen um Dankesbriefe zu schreiben. Wir müssen diese Briefe jetzt übersetzen und nach Deutschland geschicken, genau wie die Schulprofile. Diese Woche fahren wir auch zu einigen Hauseinweihungen, d.h. zu Häusern die HuYaMwi gebaut hat. Vor dem Haus wird dann eine kleine Andacht gehalten und dann werden Haus und Besitzer gesegnet, meistens gibt es danach noch etwas zu essen.
Letztes Wochenende waren wir auf der Adventsrüstzeit der deutschen Gemeinde im Norden. Es war richtig schön deutsche Weihnachtslieder zu singen, Lebkuchen zu essen und einfach die Gemeinschaft zu genießen.

Sooo das war es erstmal wieder von mir. Wenn ich demnaechst mal mehr Zeit habe, schreibe ich wieder genauer!

Ich wünsch euch eine gesegnete Adventszeit!

Eure Betti

 Bei der Graduation von Innocent

Kurz bevor der Kuchen verteilt wird, muss natuerlich noch ein Foto gemacht werden 

 In Matema (:

Am Wasserfall..mit denen werd ich auch Weihnachten verbringen, unter anderem :D 

Der wunderschoene Strand.

So sieht es bei uns an Markttagen aus, ueberall gibt es Bananen